Eisweinlese am 13. Dezember 2022

Weingärtner Freudenstein-Hohenklingen ernten Eiswein für Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft

Knittlingen-Hohenklingen (pm). Am 13. Dezember, Frühmorgens um 05:30 Uhr, bei noch völliger Dunkelheit und dick eingepackt war es wieder soweit: Bei minus 8 Grad Außentemperatur, machten sich rund 25 Helferinnen und Helfer daran, im Freudensteiner Gewann „Brunnquellweinberg“ eine im Weinbau nicht ganz alltägliche Ernte einzufahren und damit den Abschluss des Weinjahres 2022 zu beschließen:

Auf rund 40ar Fläche, in den Weinbergen der beiden Genossenschaftsmitglieder Jochen Roller und Fritz Zimmermann wurde im Auftrag der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen Eiswein gelesen. Zum nunmehr zweiten Mal in der Geschichte der Weingärtner Freudenstein-Hohenklingen.

„Eiswein“ bezeichnet einen Wein, der aus gefrorenen Trauben hergestellt wird. Gemäß dem deutschem Weinrecht wird er zur Qualitätsstufe der „Prädikatsweine“ gezählt und steht nach dem deutschen Weingesetz auf einer Stufe mit dem Prädikat „Beerenauslese“.

Eisweine sind hochwertige, recht dickflüssige, natursüße Weine. Die meisten dieser Weine werden – wie im aktuellen Fall – aus Rieslingtrauben erzeugt. Ihre hohe, natürlich Süße verdanken diese Weine dem Umstand, dass sie bei mindestens minus 7 °C im gefrorenen Zustand geerntet werden müssen und sofort danach gepresst werden. Das in den Beeren enthaltene Wasser kristallisiert bei diesen Temperaturen größtenteils aus und nur der in den Trauben enthaltene Zucker bindet nicht kristallisiertes Wasser und Fruchtsäuren. Es gilt die Faustregel: Je tiefer die Temperatur, umso süßer der Saft. Das Resultat sind höchst konzentrierte, sehr süße Weine. Sie besitzen in der Regel eine kräftige, hocharomatische Säure, die ein wichtiges Gegengewicht zur intensiven natürlichen Süße dieser Weine bildet. Aufgrund der immer wärmer werdenden Winter sind deutsche Eisweine eine besondere Weinspezialität, genießen als Raritäten Weltruf und werden von Weinkritikern und Experten zu den begehrtesten, natürlichen Süßweinen gezählt. In manchen Ländern (beispielsweise Neuseeland) wird Eiswein durch Einfrieren normal geernteter Beeren „künstlich“ hergestellt. Dieses Verfahren, auch als „Frosting“ bezeichnet, ist in Deutschland allerdings gesetzlich verboten.

Für die Lese benötigten die kälteunempfindlichen Helfer unter der Regie von Markus Werner von der Württembergischen Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen knappe zweieinhalb Stunden – und das Ergebnis konnte sich kurz nach Sonnenaufgang denn auch wahrlich sehen lassen:

Insgesamt wurden rund 1.500 Kilogramm Trauben mit einem Mostgewicht von stolzen 140 Grad Oechsle geerntet. Die rund 350 Liter des hochwertigen Tropfens, der lt. Markus Werner schon beim Pressen leckere Aprikosennoten verströmte, werden nach der Vergärung in 0,357 Liter-Flaschen abgefüllt und im Anschluss daran von der WZG vermarktet. Vorstandsvorsitzender Armin Notter zeigte sich hiervon höchst angetan: „Der heutige Lesetag krönt das Weinjahr 2022 und bestätigt unsere an höchsten Qualitätsansprüchen orientierte Weinphilosophie!“ so der sichtlich stolze und zufriedene Chef der rund 26 Hektar großen Genossenschaft.

Weitere Information:

Armin Notter, Vorstandsvorsitzender Weingärtner Freudenstein-Hohenklingen: Tel. 07043/5547

Horst Steinhilper, Vorstandsmitglied Weingärtner Freudenstein-Hohenklingen: Tel. 07043/8806

Markus Werner, WZG: 0170/8353772

Bilder und Text: Timo Steinhilper